Wie kommt der Lippenstift in Lehmanns Unterbett?

Tiefgehende Chansons und skurrile Schlager in der Reihe Bühne Carambolage auf der MS Treue

VON BASTIENNE EHL

Altstadt. Liebeslust und Liebesfrust liegen ja so nah beieinander. Sein Publikum in einen wahren Liebestaumel zu versetzen, das war das Ziel von Jörg Albrecht, Waller Musiker und Initiator der Veranstaltungsreihe „Bühne Carambolage" auf der MS Treue. Und so lautete das Motto des Abends auch „All you need is love (laugh)". Lieben oder Lachen - das ist nicht die Frage. Die beiden gehören zusammen.

 

Unterstützung bekam Albrecht von den „Such Fine Ladies“, dem A-Cappella-Comedy-Ensemble aus Alt-Hastedt, der middle-aged Boy-Group „Lichtenstein" featuring Effi Geffken und von „Bonus“, der Power-Rock-Pop-Band aus Bremen Nord. Die literarischen Beiträge von Jost Herbig, Schauspieler am Theater Phönix, sorgten für Gelächter aber auch für das eine oder andere Missverständnis.

„Killing me softly “, „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“, mit Songs wie diesen machten Julia Jansky und Ingrid Strajhar-Herbig von den „Such Fine Ladies" klar, worum es sich im Grunde im Leben eigentlich immer dreht: nämlich um die Liebe. Und dann war da diese mysteriöse Sache mit Herrn Lehmann und dem Lippenstift. Den fand Frau Lehmann nämlich im Bett ihres Gatten. „Wie kam der Lippenstift in Lehmanns Unterbett? Wenn ich davon doch nur eine Ahnung hätt“, sangen die Ladies den Refrain - und das fragte sich auch Frau Lehmann. Zuerst verdächtigte sie das Hausmädchen Hilde, da die ansonsten so rotlippige Hilde plötzlich mit einem ganz blassen Mund zur Arbeit erschien. Hilde gab zwar zu, dass sie einen Gschpusi habe, sie schwor aber, dass dies nicht Herr Lehmann sei. Frau Lehmann war betrübt: „Wie schade! Denn wäre Lehmann ein Don Juan, „dann hätte ich noch Hoffnung auch für mich". Passend zum Motto des Abends servierte das Team der MS Treue seinen Gästen echte Liebestränke, darunter Venus-Fusel, Amors Cola und Aphrodites Punsch. Vielleicht auch was für Frau Lehmann.

„Jetzt kommt etwas richtig Scharfes“, kündigte Jost Herbig die Geschichte vom einsamen Regenwurm des Komödianten und Musikers Ingo Insterburg an. „Ein Regenwurm war schlechter Dinge, vor Einsamkeit hat er geweint. Da sprang er über eine Rasierklinge, da hatte er einen Freund."

„Für wen die Geschichte jetzt zu scharf war, für den habe ich auch noch etwas ganz besonders Spitzes im Repertoire", sagte Herbig. So hat sich nämlich eine Frau aus den besseren Kreisen in eine Nadel gesetzt. Die Nadel schrie „Aua", denn die Frau war sehr spitz... „Kannst du das noch mal erzählen, das haben wir nicht verstanden", kam die Nachfrage aus dem Publikum. „Hat er die Geschichte zu schnell erzählt? ", fragte Jörg Albrecht nach. „Verurteilt Jost nicht, den Text habe ich mir ausgesucht.“ Albrecht bot an, im Anschluss an das Konzert für etwaige Nachfragen zum Thema Nadel und der Frau aus besseren Kreisen gerne zur Verfügung zu stehen.